4-Jahreszyklus: Längere Baisse nach der Wahl?

Published 2 years ago at 30 Dec 2020

Das Jahr 2020 neigt sich seinem Ende zu. Mit der Corona-Epidemie hatte es für uns eine böse Überraschung parat, die auch die Märkte stark beeinflusste. 

Außerdem fand im November die Wahl des US-Präsidenten statt.  Die Wahl wiederum beeinflusst die Aktienkurse – und zwar über den Wahltag hinaus. Anders, als viele Anleger denken, ist es jedoch weniger der Wahlausgang, der die Kurse beeinflusst.  

Vielmehr spielt es für die Märkte eine Rolle, in welchem Jahr des vierjährigen Wahlzyklus wir uns befinden. Der Verlauf der Aktienmärkte ist nämlich kaum davon abhängig, ob ein Republikaner oder Demokrat Präsident wird. So gab es feste Börsen sowohl unter demokratischen, als auch unter republikanischen US-Präsidenten. 

Der 4-Jahreszyklus beeinflusst die Märkte nachhaltig

Das 4-Jahres- der Wahlzyklus genannte Phänomen differenziert dementsprechend nicht nach der Partei, sondern nach dem Jahr der Präsidentschaft. 

In den letzten 120 Jahren stieg der Dow Jones durchschnittlich 5,9%, wenn es sich um ein Präsidentenwahljahr handelte. In den Vorwahljahren schnitt er mit 9,0% sogar noch besser ab. In den Nachwahljahren waren es hingegen lediglich 4,5%, in den darauffolgenden Zwischenwahljahren sogar nur 1,4%. 

Der 4-Jahres Wahlzyklus im Detail 

Doch wie sieht die Entwicklung im Detail aus? Sehen Sie sich dazu den durchschnittlichen Vierjahresverlauf des Dow Jones über die vergangenen 120 Jahre im Chart an. Dadurch ist es Ihnen möglich, Entwicklungen auch innerhalb des Jahres genau zu betrachten. 

Die Skala rechts weist Gewinn prozentual aus. Die Skala unten zeigt das Jahr im Vierjahreszyklus. Oberhalb von „Election“ ist somit der durchschnittliche Verlauf aller Wahljahre dargestellt, oberhalb von „Post-Elect.“ der aller Nachwahljahre, oberhalb von „Midterm“ der aller Zwischenwahljahre, und oberhalb von „Pre-Election“ der aller Vorwahljahre. Die guten Phasen im Wahlzyklus sind mit grünen Pfeilen markiert, die schlechten mit roten. 

Dow Jones, 4-Jahreszyklus, ermittelt über 120 Jahre 

Die beiden Jahre nach der US-Wahl sind problematisch. Quelle: Seasonax
Wie Sie anhand des Endwertes der Skala sehen können, lag der Anstieg über gesamten Vierjahreszeitraum bei durchschnittlich gut 22%. Das Wahljahr, das Sie links sehen, und ganz rechts das Vorwahljahr waren wie bereits erwähnt gute Börsenjahre. 

Die beiden mittleren Jahre des Charts, also das Nachwahljahr und das Zwischenwahljahr, brachten den Anlegern hingegen kaum Gewinne. 

Diese beiden Jahre stehen mit 2021 und 2022 jetzt an. Sie drohen schlechtere Börsenjahre zu werden als ihre beiden Vorgänger.

Doch sehen Sie sich nun das jetzt anstehende Jahr im Zyklus, das Nachwahljahr, genauer an.

Der typische Kursverlauf des Nachwahljahres 

Der zweite Chart zeigt Ihnen dazu den durchschnittlichen Verlauf nur der Nachwahljahre. Er ist gewissermaßen die Vergrößerung des zweiten Viertels des ersten Charts. Es handelt sich um einen gefilterten saisonalen Chart, bei dem nur Kurse der Nachwahljahre berücksichtigt werden. 

Er wurde aus dem Durchschnitt der Erträge der vergangenen 30 Jahre errechnet, die dem Wahljahr folgten. Die horizontale Achse weist den Zeitpunkt im Jahr aus, die vertikale Achse den Stand des saisonalen Index. Sie können so auf einen Blick erkennen, wie das Nachwahljahr typischerweise verläuft.

Dow Jones, typischer Verlauf der Nachwahljahre, 1901 bis 2017


Nach schwachem Start steigen die Kurse bis Anfang August. Quelle: Seasonax
Sie können sehen, wie sich die Kurse in den ersten dreieinhalb Monaten insgesamt nur seitwärts entwickeln. Von Mitte April bis Anfang August geht es jedoch im Nachwahljahr typischerweise solide nach oben. Danach kommt es zu einer recht ausgeprägten Spätsommerschwäche, der eine nur mäßige Jahresendrallye folgt. 

Doch Gibt es Gründe für den typischen Verlauf des Dow Jones im Wahlzyklus? Dann wäre die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie das Muster profitabel nutzen können.

Die Gründe des Präsidentenwahlzyklus

Wieso nun sind die beiden Jahre nach der Wahl kraftlose, die beiden vor der Wahl hingegen recht gute Börsenjahre? Die Gründe liegen in der Geld- und Fiskalpolitik: Präsidenten wollen wiedergewählt werden, beziehungsweise wünschen sich einen Nachfolger aus ihrer Partei. Sie bemühen sich deshalb vor der Wahl, die Wirtschaft anzukurbeln und die Wähler positiv zu stimmen. Dazu zählen durch Deficit-Spending finanzierte Maßnahmen. Die lockere Politik befördert die Märkte.

Aber auch die nicht völlig unabhängige Notenbank scheint durch ihre Geldpolitik den jeweils amtierenden Präsidenten zu unterstützen. 

Nach der Wahl hingegen häufen sich unpopuläre Maßnahmen, etwa solche gegen ein ausuferndes Staatsdefizit. Dies drückt auf die Aktienkurse.

Auch wenn es angesichts aktueller Billionendefizite ausufernder Zentralbankbilanzen schwer vorstellbar ist: In den kommenden Monaten wird womöglich weniger Geld „gedruckt“, als dies der Fall wäre, wenn wir vor einer Wahl stünden.

Nutzen Sie die Filterfunktion!

Wie Sie sehen, können Sie mit Seasonax mehr untersuchen als die bloße Jahressaisonalität. Wenn Sie wissen wollen, wie sich beispielsweise Gold oder der Euro im Vierjahreszyklus entwickeln, sollten Sie jetzt die Filterfunktion auf www.seasonax.com aufrufen!

Filterfunktion auf Seasonax, mit markiertem Wahlzyklus 


Mit einem Klick zum Wahlzyklus. Quelle: Seasonax
Dort können Sie blitzschnell neben der Jahressaisonalität auch den typischen Verlauf von speziellen Jahren wie dem Nachwahljahr mit wenigen Klicks für Gold, den Euro oder alle übrigen Instrumente untersuchen.

Außerdem können auch andere Zyklen auswählen, oder beispielsweise Jahre mit extremen Verläufen herausfiltern.

Nutzen Sie diese Filterfunktion! Sie kann Ihre saisonalen Studien sinnvoll ergänzen.

Herzliche Grüße, 

Dimitri Speck
Gründer und Head Analyst von Seasonax

PS: Finden Sie mit Seasonax auch im 4-Jahreswahlzyklus Ihre aussichtsreichen Aktien!


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