Droht ein Crash? Gerade im Oktober geht es oft extrem schnell nach unten!

Published 3 years ago at 25 Sep 2019

Lieber Investor,

der Zeitraum vom September bis in den Oktober hinein gilt als saisonal besonders schwache Jahreszeit. Und in der Tat gibt es kaum eine Jahreszeit, in der der S&P 500 derart schnell fällt wie zwischen 19. September und dem 26. Oktober. 

Droht uns auch jetzt wieder ein starker Rückgang? Wir wollen uns dies näher ansehen.

Die schwache Saison beim S&P 500 steht an!

Zuerst zeige ich Ihnen den normalen saisonalen Chart des S&P 500 Aktienindex. Er wurde aus dem Durchschnitt der Erträge der vergangenen Jahre ab 1985 errechnet und zeigt den typischen saisonalen Verlauf des Index. Die horizontale Achse weist den Zeitpunkt im Jahr aus, die vertikale Achse den Stand des saisonalen Index. 

S&P 500, saisonaler Verlauf, ermittelt ab 1985 


Der S&P 500 fällt typischerweise ab 19. September
Quelle: Seasonax
    
Dunkelblau markiert habe ich die saisonal schwache Phase vom 19. September bis 26. Oktober. In diesen 5 Wochen verlor der S&P 500 saisonal relativ stark an Wert. Der durchschnittliche Verlust betrug 1,87 Prozent, was aufgrund der Kürze des Zeitraums einem aufs Jahr gerechneten Verlust von recht hohen 16,96 Prozent entspricht. 

In zwei Jahren fiel der S&P extrem stark 

Eine Detailanalyse ergibt nun, dass die saisonale Phase zwischen dem vom 19. September und dem 26. Oktober für den S&P in 18 von 34 Fällen, also der Mehrzahl der Jahre, positiv verlief. 

Auffällig: In den Gewinnjahren betrug der Gewinn in dieser Jahreszeit im Mittel 3,10 Prozent, in den Verlustjahren der Verlust deutlich höhere 7,17 Prozent. 

In der saisonal schwachen Phase kommt es somit öfter zu Anstiegen als Rückgängen. Letztere waren aber deutlich stärker. Sehen wir uns den Sachverhalt genauer an.

Das Balkendiagramm zeigt Ihnen für alle Jahre seit 1985 den Ertrag des S&P zwischen dem vom 19. September und dem 26. Oktober. In Grün sehen Sie die Jahre, in denen es zu Gewinnen kam, in Rot die Jahre, in denen ein Verlust auftrat.

S&P 500, Ertrag in Prozent zwischen 19.9. und 26.10., in einzelnen Jahren seit 1985


Zweimal krachten die Kurse in dieser Phase! 
Quelle: Seasonax

Jetzt sehen Sie auch den Grund, weshalb die Kurse in der Phase zwischen dem vom 19. September und dem 26. Oktober im Mittel fielen, ob wohl es mehr Anstiege als Rückgänge gab: Zweimal kam es zu Kursstürzen, einmal 1987 im Zuge des Crashs um 27,60 Prozent und einmal 2008 im Zuge der Finanzmarktkrise um 32,36 Prozent. 

Oktober-Verlauf ohne Extremjahre deutlich besser

Im nächsten saisonalen Chart zeige ich Ihnen den Verlauf des S&P 500 Aktienindex, wobei die Extremjahre 1987 und 2008 herausgefiltert wurden. 

S&P 500, saisonaler Verlauf, ermittelt ab 1985, ohne 1987 und 2008


Ohne die Extremjahre verläuft vor allem der Oktober viel besser Quelle: Seasonax
    
Jetzt sieht die Phase vom 19. September bis 26. Oktober viel besser aus. Insgesamt steigen die Kurse sogar, wenn wir die beiden Extremjahre herausfiltern. 

Diese Phase ist somit dadurch gekennzeichnet, dass in ihr extreme Rückgänge besonders oft vorkommen – wir wollen hier auch an 1929 erinnern, als ebenfalls im Oktober ein Crash stattfand. Anderseits sind extreme Rückgänge selten, in den meisten Jahren ist diese Phase sehr unauffällig. 

Stetigere Erträge ohne Extremjahre

An der Börse gibt es Extremfälle – sie sind zu berücksichtigen, denn sie können immer wieder vorkommen. Es gibt aber auch saisonale Muster wie die Jahresendrallye oder solche um Quartalsgewinne bei Einzelaktien, die weitaus stetigere Verteilungen der Erträge aufweisen als das genannte Beispiel im S&P ab 19. September. 

In der Anlagepraxis ist es oft sinnvoll, sich auf saisonale Muster mit stetigen Verteilungen zu konzentrieren, bei denen in besonders vielen Jahren die Kurse während des Musters in einer Richtung laufen. Anderseits können Sie als Anleger beispielsweise mit Optionen auch auf seltene, aber extrem starke Bewegungen setzen, wenn sie in einer bestimmten Phase gehäuft auftreten. Dank Seasonax können Sie solche Phasen jetzt schnell identifizieren. Dabei helfen Ihnen unsere Filter-Tools auf www.app.seasonax.com oder in der Seasonax-App in Bloomberg oder Refinitiv / Thomson Reuters Eikon.

Herzliche Grüße,

Dimitri Speck

Founder and Head Analyst of Seasonax 

PS: Nutzen Sie das Wissen um Extremjahre!


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