Mit vielen Marktanomalien schlagen Sie den Markt besser!

Published 4 years ago at 21 Mar 2018

Lieber Investor,

wie Sie wissen, stelle ich Ihnen in Seasonal Insights immer wieder neue Anomalien vor und erinnere Sie an altbekannte, damit Sie diese in Ihre Handelsstrategien implementieren können. 

Heute zeige ich Ihnen eine besonders einfache und effektive, aber auch eine mit einem kleinen Nachteil – dazu später mehr. 

Mit Hilfe dieser Anomalie konnten Sie über die vergangenen 90 Jahre den Aktienmarkt mit nur zwei Trades pro Monat schlagen – während Sie nur ein Drittel der Zeit investiert waren. 

Um den Monatswechsel entstehen die Gewinne!

Sehen Sie sich dazu den folgenden Chart an. Er zeigt Ihnen den durchschnittlichen Verlauf des S&P 500 Aktienindex abhängig von seiner Position im Monat. Die horizontale Achse weist den Zeitpunkt im Monat aus, die vertikale Achse den Stand des saisonalen Index. 

In der Mitte des Charts sehen Sie also den typischen Verlauf während der Monatsmitte, am linken Rand den nach dem Monatswechsel, am rechten den vor dem Monatswechsel.

S&P 500, saisonaler Verlauf, ermittelt über 20 Jahre

Die Kursgewinne entstehen um den Monatswechsel.
 Quelle: Seasonax

Deutlich können Sie erkennen, dass die Kursgewinne im Mittel an den Rändern, also um den Monatswechsel, stattfinden. In der restlichen Zeit kam es hingegen sogar zu Kursverlusten.

Doch wie hoch war der Ertrag? 

Der Gewinn um den Monatswechsel war erheblich!

Der nächste Chart zeigt Ihnen dazu die Kapitalertragskurven des S&P 500 ab dem Jahre 1928 bis aktuell abhängig von der Position während des Monats. 

In Blau sehen Sie den Ertrag eines Investments vom 26. eines Monats bis zum 5. des Folgemonats. In Rot den Ertrag in der übrigen Zeit, also vom 6. bis zum 25. eines jeden Monats


Ertragslinien des S&P 500 um den Monatswechsel (blau), übrige Zeit (rot), indexiert (100), 1928 bis 3/2018 


Die Gewinne um den Monatswechsel sind sehr hoch!
 Quelle: Seasonax

Wie Sie sehen, schlug die Zeit um den Monatswechsel die übrige Zeit deutlich. Der Ertrag lag im Mittel bei 7,50 Prozent, in der übrigen Zeit trat hingegen ein Verlust in Höhe von 1.49 Prozent auf! 

Das Phänomen wird Turn of The Month-Effekt genannt. Es hängt mit Zahlungsströmen um den Monatswechsel zusammen wie etwa Gehälter. Doch wie stabil ist der Effekt im Zeitablauf?

Effekte kommen und gehen – und kommen wieder!

Dazu zeige ich Ihnen die Kapitalertragskurve nochmal, diesmal aber ab 1950 und in halblogarithmischer Skalierung.

Ertragslinien des S&P 500 um den Monatswechsel (blau), übrige Zeit (rot), indexiert (100), Log-Skala, 1950 bis 3/2018 


Der Detailblick identifiziert auch problematische Phasen.
 Quelle: Seasonax


Sie können jetzt deutlich erkennen, wann der Turn of the Month-Effekt besonders gut, und wann er nicht funktioniert hat. 

Besonders gut funktionierte er von Mitte der 1950er-Jahre bis Anfang der 1970er-Jahre, aber auch wieder von der Jahrtausendwende bis 2008. Damals stiegen die Aktien um den Monatswechsel, während sie in der übrigen Zeit sogar deutlich fielen.

Seine schlechten Zeiten hatte der Effekt in den im Chart mit grünen Kästen markierten Phasen, einmal in den Jahren bis zum Aktiencrash 1987 und einmal in den vergangen Jahren. 

Ist dies ein böses Omen, steht uns erneut ein Crash bevor? 

Vielleicht. An dieser Stelle geht es mir aber nicht darum herauszufinden, in welchen Marktphasen er wie gut funktioniert. Vielmehr möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie am besten mit dem Phänomen des Kommens und Gehens und Wiederkommens von Marktanomalien umgehen können.

Nutzen Sie möglichst viele Anomalien!


Das Beispiel zeigt, dass einzelne Marktanomalien nicht gleichmäßig genug verlaufen, dass Sie sie problemlos nutzen können. Sie können als Trader, Anleger oder Händler aber auf viele weitere Anomalien zurückgreifen. Gehen Sie dazu auf  www.app.seasonax.com oder rufen Sie dazu Seasonax in Ihrem in Ihrem Bloomberg Professional Terminal mit „Apps Season“ auf. Durch die Nutzung vieler Marktanomalien erhöhen Sie Ihre Ertrags-Wahrscheinlichkeit durch den Diversifikationseffekt, der nicht nur für Instrumente, sondern auch für Strategien und Marktanomalien gilt. Außerdem sollten Sie zu den Ersten gehören, die eine Anomalie nutzen – bevor alle auf den Zug aufspringen und einen Effekt womöglich zunichtemachen.

Herzliche Grüße,

Dimitri Speck

Founder of Seasonax and Head Analyst 90 Tage Trader

PS: Selbst der tolle Turn of the Month-Effekt gönnt sich Pausen, in denen Sie Alternativen nutzen sollten!


This website uses cookies. By continuing to use this website you agree to this. Learn more Accept