Was haben Fußball, Wintersport und Dekaden mit der Börse zu tun?

Lieber Investor,

freuen Sie sich auch schon auf die Fußballweltmeisterschaft oder sind Sie mehr dem Wintersport mit den Olympischen Spielen zugetan? Haben solche Ereignisse, denen man ja immer nachsagt, dass während dieser Zeit unliebsame politische Entscheidungen getroffen werden, überhaupt einen Einfluss auf die Kurse in Deutschland? Vielleicht ist es aber auch besser, sich den Dekadenzyklus anzuschauen, um erfolgreich zu sein.

In diesem Inside wollen wir alle diese Möglichkeiten beleuchten und eine sinnvolle Strategie daraus entwickeln.

Fußball Weltmeisterschaft in Kanada, USA und Mexico der Herren

Spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft in Katar wissen wir, dass dieses Großereignis nicht zwangsläufig im Sommer unserer Hemisphäre stattfinden muss. Daher fällt dieser Zeitraum für eine explizite Analyse weg. Trotzdem lohnt der Blick auf die Jahre, in denen solche Turniere stattgefunden haben.

Betrachtet man die letzten 16 Jahre, in denen eine Fußball-Weltmeisterschaft der Herren stattgefunden hat, fallen zwei Zeiträume besonders auf. Der erste erstreckt sich vom April bis zum Oktober. Hier ist spontan eine ausgeprägte Abwärtsbewegung zu erkennen. Diese fällt mit 3 zu 13 Jahren besonders auffällig aus und auch die Performance, die in dieser Zeit mit einer Shortposition zu erzielen ist, kann sich mit über 17 % sehen lassen.

DAX-Saisonalität über 16 Jahre mit anhaltendem Abwärtstrend bis in den Herbst hinein.
DAX-Saisonalität über 16 Jahre mit anhaltender Sommer- und Frühherbstschwäche. Quelle: Seasonax

Der zweite Zeitraum schließt unmittelbar an die eben beschriebene Phase an. Über einen wesentlich kürzeren Zeitraum, nämlich von Oktober bis Dezember, ist hier mit einer Erfolgsquote von 12 zu 4 Jahren ein durchschnittlicher Ertrag von knapp 10 % zu erwarten. Setzt man den Stopp bei 5 % für beide Zeiträume fest, ergibt sich insgesamt eine sehr gute Chance mit der Statistik dieses Events erfolgreich zu sein.

Olympische Winterspiele in Cortina d‘ Ampezzo Italien

Was den Zeitraum betrifft, so finden Olympische Winterspiele notwendigerweise immer im Winter statt. So könnte man nun sagen, der Jahresverlauf in einem olympischen Winterspiele-Jahr muss identisch sein mit dem einer Herren Fußball-Weltmeisterschaft. Dies ist seit 1994 auch der Fall. Davor fanden die Winterspiele immer im gleichen Jahr wie die Sommerspiele statt. Aus diesem Grund haben wir auch diese Jahre vor 1994 im entsprechenden 4-Jahres-Rhythmus untersucht.

Der Zeitraum, in dem die Winterspiele stattfinden, zeigt keine besondere Auffälligkeit, weshalb dieser vernachlässigt werden kann.

Es ist allerdings nicht sonderlich verwunderlich, dass dieser Chart recht ähnlich dem des Fußball-Events ist. Allerdings sind die Zeiträume kürzer, passen aber zum eben beschriebenen Verhalten.

Von Mitte August bis Anfang Oktober kann mit einer Short-Position ein durchschnittlicher Ertrag von gut 9 % bei 12 entsprechenden Abwärtsbewegungen erzielt werden. Diese hohe Durchschnittsperformance wird allerdings besonders durch die Jahre 1998 und 2002 generiert.

Langfristiger saisonaler DAX-Trend mit markantem Rückgang im Spätsommer und anschließender Gegenbewegung.
Langfristiger saisonaler DAX-Trend mit wiederkehrender Abwärtsphase im Spätsommer und Stabilisierung im Herbst. Quelle: Seasonax

Die positive Phase, die sich wiederum direkt an die Abwärtsphase anschließt, dauert nur bis November und kann mit 11 zu 6 auf eine gute Verhältniszahl blicken. Hier werden gut 9 % in den positiven Jahren im Schnitt verdient werden. Aber auch hier tragen die oben beschriebenen Jahre besonders zur Gesamtperformance bei.

Vielleicht doch lieber auf den Dekadenzyklus schauen?

Es darf sicher trefflich darüber gestritten werden, ob Sportereignisse einen Einfluss auf die Börse haben. Die gerade gezeigten Zahlen sprechen zwar in Teilen dafür, sind aber natürlich keine Garantie, für künftige Ereignisse.

Viele Marktteilnehmer schauen jedes Jahr auf den Dekadenzyklus. Hier wird jede Dekade auf die jeweiligen Jahre überprüft. Das jetzt anstehende Jahr endet auf eine 6, weshalb alle diese Jahre zusammengefasst und ein entsprechender Durchschnitt gebildet wurde.

Beim DAX liegen (zurückgerechnet) 60 Jahre zur Begutachtung vor. Die daraus resultierenden 6 Jahre, die auf eine 6 enden, sind alle im Zeitraum von April bis Juli negativ verlaufen. Im Durchschnitt wurden hier rund 10 % eingebüßt. Allerdings sind für diesen hohen Schnitt besonders die Jahre 1966 und 1986 verantwortlich.

Saisonaler DAX-Verlauf mit deutlicher Schwäche von Frühjahr bis Sommer und anschließender Erholung zum Jahresende.
Saisonaler DAX-Verlauf mit deutlicher Schwäche von Frühjahr bis Sommer und anschließender Erholung zum Jahresende.
Quelle: Seasonax

Von Juli bis September zeigt sich in dieser Statistik ein Aufwärtstrend mit einer Verhältniszahl von 5 zu 1. Im Schnitt sind hier gut 8 % zu verdienen gewesen.

Für eine aussagekräftigere Statistik sollte man aber einen noch längeren Zeitraum zu Rate ziehen. Dieser ergibt sich beim S&P 500, bei dem die Statistik der Fußball-Weltmeisterschaft (auch wenn diese dieses Jahr u.a. in den USA stattfindet) weniger von Interesse sein dürfte, da Fußball (Soccer) als Sportart in den Vereinigten Staaten nicht den Stellenwert besitzt, wie in den Europäischen Ländern.

Bei den immerhin 9 Jahren, die auf eine 6 enden zeigt sich eine positive Entwicklung von Mitte Januar bis Mitte April. Dieser Zeitraum kann mit 8 positiven Jahren durchschnittlich mit fast 9 % performen.

Saisonaler Verlauf des S&P 500 mit insgesamt stabiler und überwiegend positiver Entwicklung.
Saisonaler Verlauf des S&P 500 mit insgesamt stabiler und überwiegend positiver Entwicklung. Quelle: Seasonax

Von August bis Oktober stellt sich dann wieder eine Abwärtsbewegung ein, die allerdings keine allzu ausgeprägte Statistik aufweist. Immerhin steht hier noch eine 3 zu 6 Jahre mit einem Durchschnitt von knapp 8 % in den negativen Jahren zu Buche.

Fazit: Was kommt dabei heraus, wenn alle Zyklen zusammengenommen werden?

Alle jetzt betrachteten Events, zeigen im nun gestarteten Jahr eine mehr oder weniger ausgeprägte Abwärtsbewegung in den Sommermonaten auf. Dies bedeutet, dass man sich entweder mit Short-Positionen befassen, oder zumindest Stopp-Marken für bestehende Engagements festlegen sollte.

Auffällig ist auch der Jahresauftakt, der noch recht positiv verlaufen sollte, und so eine gewisse Sorglosigkeit für den Sommer befeuern könnte.

Mit dem Start der statistischen Jahresendrallye, zeigen alle Events das Gleiche oder zumindest ein ähnliches Muster auf.

Somit dürfte das anstehende Jahr große Herausforderungen mit sich bringen, die man über die hier beschriebenen Zyklen ausnutzen, zumindest aber in den Griff bekommen sollte.

Es kann eine verbesserte Aussage getroffen werden, wenn man Zyklen zusammen betrachtet

Auch wenn diese analysierten Zyklen auf den ersten Blick nicht viel mit einander zu tun haben, zeigt sich doch, dass es gewisse Überlappungen gibt, die zu mehr Sicherheit bei der Beurteilung von künftigen Verläufen führt.

Mit diesem Ansatz kann die Performance gesteigert und die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Trade erheblich verbessert werden.

Gewinnen Sie mit Seasonax und freuen Sie sich auf die anstehenden Sportereignisse

Profitieren Sie von den Events, die in diesem Jahr anstehen. Oder verfolgen Sie einfach nur die Sportereignisse und erinnern Sie sich an den Dekadenzyklus bei Ihren Investitionen.

Nutzen Sie die Vorteile und verwenden Sie Seasonax für Ihren professionellen Umgang mit saisonalen Verläufen!

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph Geyer, CFTe
Gewinner des AktienAnalystenAward Technische Analyse

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