Lieber Investor,
künstliche Intelligenz ist in aller Munde und jeder will am KI-Boom teilhaben. Schon beim kalifornischen Goldrausch in den 1850er Jahren waren es nicht die Goldschürfer selbst, die reich wurden, sondern vielmehr die Ausrüster und Dienstleister, die Schürfwannen, Schaufeln oder Kleidung zur Verfügung gestellt haben.
Sicher haben auch Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie Sie am besten an diesem Boom teilhaben können.
Natürlich kann man derzeit mit den einschlägigen KI-Unternehmen viel Geld verdienen. Es wird zwar hier und da auch über den enormen Energiebedarf dieser Unternehmen gesprochen, die Profiteure stehen dabei aber seltener im Fokus.
Aus diesem Grunde wollen wir uns einige dieser Unternehmen näher ansehen und nach besonderen Phasen im Jahresverlauf suchen.
Neben dem Strombedarf für die KI steht natürlich auch der klassische Energiebedarf im Mittelpunkt dieser Werte.
Duke Energy: Seit Anfang des Jahrtausends ein verlässlicher Performance-Lieferant
Winterzeit ist Stromzeit, könnte man sagen, wenn es um das Heizen von Gebäuden geht. Gerade in den USA ist aber auch Sommerzeit eine typische Stromzeit, wenn nämlich die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen. Für Duke Energy dürfte inzwischen ganzjährig Stromzeit sein, versorgt der etablierte Stromanbieter schon seit vielen Jahren nicht zuletzt die Ostküste der USA mit Energy. Hier sind inzwischen die Rechenzentren der großen KI-Firmen angesiedelt.
Daher überrascht es nicht, dass Duke im Jahresverlauf einige signifikante Anstiegsbewegungen aufweisen kann. Es beginnt bereits im März mit einem sicht- und messbaren Anstieg von 33 zu 13 Jahren, in denen bis Ende April gut 6% verdient werden können. Die knapp 3 % Verlust in den 13 negativen Jahren fallen dabei eher bescheiden aus.

Ein sehr ähnliches Bild liefert der Zeitraum von Ende September bis Ende Oktober. Mit der gleichen Verhältniszahl wie zuvor ist hier nur unwesentlich weniger Ertrag zu erzielen.
Der beste Zeitraum stellt sich aber im Sommer dar. Von Ende Juli bis Ende August wird mit einem Verhältnis von 35 positiven zu nur 11 negativen Jahren gut 5 % Performance im Schnitt erzielt.
Damit gehört Duke zu den nicht allzu vielen Werten, die auf der einen Seite einen langfristigen Aufwärtstrend aufweisen können und auf der anderen Seite mehrere sehr attraktive kurzfristige Phasen im Jahresverlauf aufweisen können.
Southern Company, deckt den Strombedarf der Südstaaten ab
Nicht nur im Osten sondern auch im Südosten der Vereinigten Staaten siedeln sich immer mehr Rechenzentren an. Besonders in den Südstaaten wird dies zum Thema für Southern Company, die ihrerseits ebenfalls einen sehr langen Aufwärtstrend aufweisen kann. Dieser wurde nur durch wenige scharfe Rückgänge in den bekannten Krisenjahren kurzfristig unterbrochen.
Innerhalb dieses Aufwärtstrends sind einige sehr gut nutzbare Phasen im Jahresverlauf zum Handeln geeignet. Die erste auffällige Phase zeigt sich im Zeitraum von Mitte März bis in die zweite Aprilhälfte. Hier können bereits beachtliche 6,5 % in 33 Jahren verdient werden. Die 10 negativen Jahre fallen mit minus 3 % im Schnitt kaum ins Gewicht.

Ebenso auffällig ist eine sehr kurze Phase im Oktober, die mit 35 zu 7 Jahren besticht. Die erzielbaren 2,3% in den positiven Jahren wirken auf den ersten Blick zwar nicht sonderlich attraktiv, müssen aber im Lichte des sehr kurzen Zeitraums von lediglich knapp zwei Wochen gesehen werden.
Von Anfang Juli bis Anfang August steht nun eine weitere interessante Phase unmittelbar bevor. Hier sprechen erfreuliche 30 zu 14 Phasen mit gut 4,5% Ertrag für einen positiven Erwartungswert.
Siemens Energy: Der Schaufellieferant aus Europa
Siemens Energy ist vor wenigen Jahren aus einer Abspaltung der Siemens AG hervorgegangen. Auch wenn die Historie noch nicht sehr umfangreich ausfällt, lohnt sich ein Blick auf diesen Wert. Siemens Energy ist nämlich ein Ausrüster für Energie-Versorger und damit durchaus vergleichbar mit den Schaufellieferenten im Goldrausch. Von einem langfristigen Aufwärtstrend kann daher noch nicht gesprochen werden, wenngleich seit Ende 2023 eine sehr positive Entwicklung zu beobachten ist.
Die Aktie besticht vor allem im Zeitraum von Ende Oktober bis Anfang Dezember mit einem Verhältnis von 5 zu 1. Dieser kurze Zeitraum ist sicher noch nicht aussagekräftig, glänzt aber mit beachtlichen 35% Plus im Schnitt. Dabei ist nicht nur ein Jahr für diesen hohen Durchschnitt verantwortlich. Vielmehr konnten in allen der 5 positiven Jahre gute Werte erzielt werden.

Eine solche exorbitante Performance kann zwar nicht auf Dauer durchgehalten werden, es zeigt aber, dass Siemens Energy ein beachtenswerter Titel ist.
Fazit: Sowohl mit den Energie-Versorgern als auch mit Ausrüstern am KI-Boom teilhaben
Unsere Analyse zeigt, dass es neben den Möglichkeiten auf Aktien aus der KI – Brance auch Chancen bei anderen Werten gibt, die nicht jeder auf dem Schirm hat. Neben den Energie-Versorgern ist auch bei Siemens Energy der Vergleich mit dem Goldrausch erlaubt, bei dem die Schaufelverkäufer oft mehr verdient haben, als die Goldsucher selbst.
Sollte sich der KI-Boom in der Zukunft etwas abschwächen, sind die Energie-Lieferanten weiterhin gefragt. Auch wenn die Rechenzentren zwar nicht weiter ausgebaut werden sollten, müssen bestehenden weiterhin mit Strom versorgt werden.
Verdienen Sie an heißen Sommern und kalten Wintern ebenso, wie an dem derzeit unstillbaren Energiebedarf der Rechenzentren.
Seasonax wünscht Ihnen viel Erfolg und einen schönen Sommer mit hoffentlich guten Börsenerfolgen.
Nutzen Sie die Vorteile und verwenden Sie Seasonax für Ihren professionellen Umgang mit saisonalen Verläufen!
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Geyer, CFTe
Gewinner des AktienAnalystenAward Technische Analyse



