Das merkwürdige Verhalten des US-Dollars bei FED-Leitzinssenkungen

Published 3 years ago at 03 Jul 2019

Lieber Investor,

in der vergangenen Ausgabe von Seasonal Insights hatte ich Ihnen den typischen Verlauf der Aktienkurse bei Zinssenkungen der US-Notenbank FED dargelegt. 

Erwartungsgemäß stabilisieren sich die Aktienkurse tendenziell nach US-Leitzinssenkungen.

Das Thema ist aktuell, denn viele Anleger und Analysten rechnen mit ersten Leitzinssenkungen, da die Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung zunehmen. 

Heute möchte ich für Sie einen Markt untersuchen, der sich bei Leitzinssenkungen anders verhält, als Sie es vielleicht erwarten würden: den Währungsmarkt.

Wie beeinflusst die FED die Währungskurse?

Um den Einfluss der Leitzinssenkungen auf den Devisenmarkt schnell und bequem zu untersuchen, benutze ich die Seasonax-App – zu ihr am Ende des Textes mehr. 

Der Chart zeigt Ihnen dazu den mittleren Verlauf des US-Dollar-Index in den 140 Tagen vor und nach US- Leitzinssenkungen. Errechnet wurde er über die vergangenen 30 Jahre, in denen es zu insgesamt 46 Senkungen kam. Die horizontale Skala zeigt die Anzahl der Tage vor und nach dem Event, die vertikale den durchschnittlichen Verlauf in Prozent. In der Mitte des Charts orange markiert ist der Zeitpunkt der Leitzinssenkung.

Mittlerer Verlauf des US-Dollar-Index 140 Tage vor und nach US-Leitzinssenkungen (46 Ereignisse, 1989 bis 2019)

Punktgenau zur Leitzinssenkung erfolgt die Wende!
 Quelle: Seasonax

Auf einen Blick können Sie erkennen, dass der US-Dollar in den Monaten bis zu den Leitzinssenkungen im Mittel fiel. Punktgenau drehte der Kurs dann aber typischerweise. Er stieg dann für mehrere Monate, wie Sie dem Chart entnehmen können.

Wieso verhalten sich die Währungskurse so merkwürdig?

Sie haben vielleicht erwartet, dass zusammen mit den Leitzinsen auch der Dollar fällt – schließlich wird die festverzinsliche Geldanlage in den USA unattraktiver. Tatsächlich wird der Kurs des Dollars aber ab der Leitzinssenkung fester.

Ich möchte an dieser Stelle ich Ihnen den von mir favorisierten Grund für das merkwürdige Verhalten des Dollars nennen.

Leitzinssenkungen sind relativ gut prognostizierbar. Viele Anleger dürfte daher bereits entsprechend positioniert sein und ihre Position dann zunehmend glattstellen, nachdem sie eingetreten sind – „Sell the rumor, buy the news“ sagt die Börsianerweisheit dazu.

Nutzen Sie die Berechenbarkeit der FED….

Sicher sind noch andere Erklärungsansätze möglich. So finden Leitzinssenkungen oft in einem krisenartigen Szenario statt. In einem solchen entsteht oft Nachfrage nach dem US-Dollar, aufgrund bestehender Kreditbeziehungen oder da er als „sicherer Hafen“ in Relation zu anderen Währungen gilt. Auch konjunkturelle Übelregungen könnten eine Rolle spielen.

Im Unterschied zu dem von mir favorisierten Grund „Sell the rumor, buy the news“ können solche Ansätze aber kaum erklären, wieso die Wende fast punktgenau zur Zinssenkung stattfindet. Dennoch können auch solche Gründe eine zusätzliche Rolle spielen.

…und nutzen Sie einfach erstellte empirische Studien!

In der Vergangenheit konnten Sie Berechenbarkeit der FED im Sinne eines Contrarian Investment-Ansatzes nutzen. Doch Zinssenkungen finden nur gelegentlich statt. Als Anleger benötigen Sie mehr Input. 

Zum Glück gibt es noch weitaus mehr Events und zyklische Faktoren, die auf die Kurse einwirken. Diese können Sie leicht selbst auf www.app.seasonax.com oder mit Ihrer Seasonax-App in Bloomberg oder Thomson Reuters finden. So werden Sie sicher noch weitere überraschende nützliche Erkenntnisse gewinnen!

Herzliche Grüße,

Dimitri Speck

Founder and Head Analyst of Seasonax 

PS: Mit empirischer Überprüfung nutzen Sie Fakten nicht Vorurteile!


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